Montag, 29. November 2010

Kiew



Letzte Woche war ich kurz in Kiew. Ich empfinde zur Ukraine unbegründete Liebe und wollte immer ihre Hauptstadt besuchen. Ich schreibe darüber später. Wegen des OSZE-Gipfels ist man hier mit paar freien Tagen beschenkt (drei für das Working Volk, eine Woche für Studenten und Schüler, hammer, nicht wahr?) Da nehme ich mir zur Ukraine-Post unbedingt Zeit.

Aber ganz kurz vorab: Osteuropa rocks :) Meine Reiseliste kehrt sich wieder in diesem Teil der Erde.

Samstag, 27. November 2010

Novemberfazit und Haarangelegenheiten

Ich bin in diesem Monat ziemlich gesprächig. 35 Einträge.

Und Haare.

Ein normales kasachisches Mädchen muss lange Haare haben, so meine gestorbene Oma.


Zu dieser Meinung gibt es im Hause eine Gegenmeinung. Mama sagt mir bockig nach jedem Friseurbesuch: Konntest du nicht noch kürzer haben?
Beim letzten Besuch sind wieder ca. 5 cm ab.



Das Bildtitel: Finde keine Unterschiede in der Haarfarbe und keine XXXX Tenge in der Tasche.

Aus meinem Fenster

Der Tag, an dem Winter kam.

Am Morgen


Am Abend

Mittwoch, 24. November 2010

Wishlist

Ich habe jetzt Zeit und ein wenig Stress. Deswegen entspanne ich mich bei der Erstellung, was ich so brauche:

1) Ein Radio für die Dusche
2) Neue Backformen
3) Neue Nagelläcke (schwarz, dunkelblau, dunkelgrau, dunkelbraun)
4) Einen neuen Terminkalender
5) Einen Tandempartner für Französisch
6) Motivation für Französisch
7) Neue Visa-Karte (die alte ist abgelaufen)
8) Ein kleines Auto (2Sitz: für mich und Mama)
9) Kurzen Winter
10) Zwei Kochbücher und ein Sachbuch
11) Einen großen hazelnussfarbigen Schreibtisch
12) Ein weißes Pulli
13) Eine Halskette mit dem Roboter
14) Einen Joga-Kurs "um die Ecke", günstig und täglich
15) Eine perfekte Handcreme (gibt es nicht!)
16) Mitgliedschaft in einem Leserklub (ich muss den allerdings noch gründen, mehr dazu später)
17) Wenige Kontakte, mehr interessante lokale Freundschaften
18) Eine neue Spiegelreflex
19) Keine Zeit zur Prokrastination
20) Mehr Spiritualität.

Schmeißt alle Terminkalender von schlechten Jahren weg!

Heute morgen hatte ich nach dem Frühstück ein wenig Zeit, während ich aufs Auto gewartet habe. Ich habe mein altes Terminkalender durchgeblättert und alle Termine (meistens unangenehme) wiedererlebt. Wie destruktiv, selbst ruinierend. Ich sehe in diesen psychologischen Tricks, wenn man gewisse Ereignisse wiederkonstruiert und gedanklich dann verarbeitet, nun nur Negatives. Wozu tritt man zurück; was vorbei ist, ist vorbei und das gibt´s nicht mehr.

Dienstag, 23. November 2010

Midnight

Die mögliche Eskalation zwischen beiden Koreas macht meine Vor-Nacht ungemütlich.

Da ich keine 33%-fettige Sahne hatte, nahm ich 20% und der Kuchen sieht gar nicht wie auf dem Bild aus!

Gestern habe ich meinen rechten Bein beim Sport verletzt.

Zwei Tage liegt schon Schnee.

Nachts gibt es unfassbare -17. Tagsüber schon warm, fast -5.

Ich habe eine neue Haarfarbe. Neu heißt so lange nicht anders. Schon wieder eine Fehlinvestition.

Spartak Moscow hat schon ein Tor verpasst.

Wünsche mir ein Josef-Ackermanns-Lächeln, also, dauerhaftes und einen wärmeren Morgen.

Samstag, 20. November 2010

Fän-omen

Ein junger Professor an einer elitären Uni wurde oft gefragt, wie er in seinem Alter schon so erfolgreich sein konnte. Er erwiderte: "Ruft mich am Freitag um 10 Uhr abends im Büro an und ich erzähle es".
In diesem Sinne, wenn unsere Gäste sich zum glänzenden Fußboden und staubfreiem Unter-der-Sofa-Areal bewundern, kann ich nur ganz dezent behaupten: "Ruft mich an einem Samstagmorgen um 6:45 Uhr an und ich werde euch das erzählen, wenn ihr Anruf natürlich den Staubsauger übertönt". Wir haben am Samstag kein Schabbat und viele gehen arbeiten. Auch wie heute. Die restlichen 25% der Hausbevölkerung fahren zu ihrer Nichte. Ich, Einzelkämpferin, genieße einen Augenblick die Ruhe und lege dann mit Putzlappen los.

Ich muss gestehen, Putzen gehört zu den lady-tauglichen Freizeitbeschäftigungen auf gar keinen Fall und kollidiert fatal mit einer Prinzessin-Vorstellung. (hm, putzt Cate Middleton gern?)

Ich putze im Großen und Ganzen gern, das Schreiben darüber tut mir auch gut. Es gibt dabei keine Absicht, sich vor meinen wenigen, aber lieben Blogleser als fleißige Ameise oder so zu stellen. Im ganzen Prozess imponiert mich am größten sein sozialer Bestandteil. Putzen ist ein wahres soziales Phänomen. Ich sage Euch warum.
Auf meiner Maslow-Pyramide platziert es ganz unten, unter den ersten physiologischen Bedürfnissen. Und wie jedes Bedürfnis auf dieser Ebene (Essen - Esssucht, Anorexie, Bulimie; Wärme - Shoppingsucht; Schlafen - Faulheit und Schein-Melancholie, Tiger Woods usw.) verfügt Putzen auch über ein Sucht-Potenzial. Die Merkmale einer Sucht sind offenkundig: pure Besessenheit und auch jede Menge Hass. Ying und Yang, Leidenschaft und Abneigung, ständiges Wechseln von beiden Kategorien. Wie jede Sucht der niederen Ebene ist es schwer wegzuhaben (z.B. ohne Essen verhungert man sich tot gegen bloßes Aufhören zu rauchen). Aber im Gegenteil zu den anderen ist das Putzen nicht nur hygienisch notwendig (tja, paar ausgetrocknete Wassertropfen auf dem Fußboden im Badezimmer oder auf der Wasserkran machen gesundheitstechnisch nicht viel aus), sondern vielmehr gesellschaftlich gefordert. Und das macht die ganze Sache für mich recht spannend.