Die witzigsten Szenen findet man immer ganz nah, daheim.
An einem Tag steht meine Mama vor dem Fernseher und wartet auf die nächste Gebetszeit. Sie war schon entsprechend angezogen, der Kopftuch deckt ihre Haare. Sie springt von einer Sendung auf die andere. Plötzlich höre ich ein bekanntes Lied und bitte sie, den Ton lauter zu machen. Das ist ein Musikkanal, unten im Bildschirm laufen auch live sms, deren Zusendung wahnsinnig viel Geld kostet. Die Zielgruppe kann man an dem Inhalt der Kurznachrichten leicht erraten: "Hallo an K. Von M.", "Ich liebe S. Deine A.", "Grüße an Klasse B, Schule Nr.7". Da meine Mama in dem Moment Langweile hat, liest sie die stets wechselnden Nachrichten vor. Ich komme ins Zimmer rein und sehe ein fabelhaftes Bild: Eine Moslemin liest laut "Ein junger Mann sucht einen jungen Mann". Mami braucht ein wenig, um den Inhalt zu kapieren und dann schaut sie mich so geschockt an. Welcome to reality, M´am!
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Mein Muse macht gerade eine Kaffeepause
Ich habe gestern einen Auftritt von Elizabeth Gilbert gesehen (Klick!)
Sie redet von der Kreativität und geht auf die historische Rolle der Musen. Das Thema solle sie unheimlich interessieren, da nach ihrem Bestseller "Eat.Pray.Love" steht sie unter enormen Druck weiter so erfolgreich zu schreiben. Sie versteht diese Angst zu scheitern und lässt sich aber von ihr nicht überrollen, bei dem sie die Verantwortung auf ihre Arbeit teilweise auf den Schultern von Musen (oder vom Absolut) überträgt. Gilbert steht dazu, dass man nicht "being genius" ist, sondern "having genius".
Der Auftritt dauert fast 19 Minuten, ist witzig und schön inspirierend. Dabei habe ich auch eigene Schlüsse gezogen. Ich denke, sie thematisiert nicht nur "Schreibblockaden", sondern Geduld im Allgemeinen. Jede Arbeit wird belohnt, man muss nur arbeiten.
Sie redet von der Kreativität und geht auf die historische Rolle der Musen. Das Thema solle sie unheimlich interessieren, da nach ihrem Bestseller "Eat.Pray.Love" steht sie unter enormen Druck weiter so erfolgreich zu schreiben. Sie versteht diese Angst zu scheitern und lässt sich aber von ihr nicht überrollen, bei dem sie die Verantwortung auf ihre Arbeit teilweise auf den Schultern von Musen (oder vom Absolut) überträgt. Gilbert steht dazu, dass man nicht "being genius" ist, sondern "having genius".
Der Auftritt dauert fast 19 Minuten, ist witzig und schön inspirierend. Dabei habe ich auch eigene Schlüsse gezogen. Ich denke, sie thematisiert nicht nur "Schreibblockaden", sondern Geduld im Allgemeinen. Jede Arbeit wird belohnt, man muss nur arbeiten.
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andere_wissen_es_besser
Never ending
„Oh Armer, der Job ist doch sinnlos. Morgen fallen wieder Blätter runter und er muss sie wieder wegfegen“ denke ich immer, wenn ich an dem alten Mann im Stadtpark vorbeigehe. Er fegt morgens den Innenhof von einem Kindercafe und den nah liegenden Fußweg.
Heute zwang ich mich dazu, einen kleinen Spaziergang zu machen, da ich fast zwei Tage mit unbekannter Krankheit im Bett liege. Ich habe nur Kopfschmerzen, so dass, als ob im Kopf mit jeder Bewegung das zerbrochene Glas rumpelt.
Und mir fiel heute an der Ischimpromenade kurz ein: Wenn man aus dieser Sicht die Dinge betrachtet, ist es nicht denn alles sinnlos? Wozu:
- zu essen, wenn man trotzdem in ein paar Stunden Hunger bekommt?
- Auto zu waschen, es wird doch wieder schmutzig?
- gesund zu leben, wenn man trotzdem stirbt, egal mit gesundem Herz oder nicht?
- das Gelaber von Friseurin monatlich anhören zu müssen, das Haar wächst wieder an!
- den Unikram zu pauken, wenn man den sowieso vergisst und das Wissen altert sich enorm schnell.
- über die Zukunft Sorgen zu machen, morgen kommen doch die anderen dazu
- sich zu schämen, wenn man sich in der Öffentlichkeit bloß anstellt, Leute erinnern sich morgen gar nicht an dein Gesicht
- nach jemandem (Ihr kennt doch meinen Bruder?) die Wassertropfen wegzuwischen, jemand duscht mehrmals am Tag und, und, und.
Ich musste aber aufhören mich philosophisch zu entertainen, der Wind letzte Tage ist extrem stark.
Heute zwang ich mich dazu, einen kleinen Spaziergang zu machen, da ich fast zwei Tage mit unbekannter Krankheit im Bett liege. Ich habe nur Kopfschmerzen, so dass, als ob im Kopf mit jeder Bewegung das zerbrochene Glas rumpelt.
Und mir fiel heute an der Ischimpromenade kurz ein: Wenn man aus dieser Sicht die Dinge betrachtet, ist es nicht denn alles sinnlos? Wozu:
- zu essen, wenn man trotzdem in ein paar Stunden Hunger bekommt?
- Auto zu waschen, es wird doch wieder schmutzig?
- gesund zu leben, wenn man trotzdem stirbt, egal mit gesundem Herz oder nicht?
- das Gelaber von Friseurin monatlich anhören zu müssen, das Haar wächst wieder an!
- den Unikram zu pauken, wenn man den sowieso vergisst und das Wissen altert sich enorm schnell.
- über die Zukunft Sorgen zu machen, morgen kommen doch die anderen dazu
- sich zu schämen, wenn man sich in der Öffentlichkeit bloß anstellt, Leute erinnern sich morgen gar nicht an dein Gesicht
- nach jemandem (
Ich musste aber aufhören mich philosophisch zu entertainen, der Wind letzte Tage ist extrem stark.
Dienstag, 5. Oktober 2010
Montag, 4. Oktober 2010
Ein bisschen Dorian Gray
Es ist wahnsinnig kalt draußen. In Minustemperaturen werden schon *kgh-kgh* die ersten Falten (auch zahlreiche mimische) intensiver. In meinem Fitness-Studio konnte ich neulich an einer Sparaktion nicht teilnehmen, da ich zur diesen Altersgruppe "Judendliche" nicht mehr (nach der Meinung der Verwaltung dieser fiesen Einrichtung) gehöre. Also, ich stelle nun die Bilder von mir hoch und werde wöchentlich checken, ob sie verändern werden.









Supernanny
Ich sitze heute an einem anderen PC, wo Blogger reibungslos funktioniert und deswegen nutze ich die Gelegenheit zum Bloggen mal aus.
Das geschah Mitte September. Jeden Tag sahen wir am Fluss zwei junge Frauen mit zwei Kinder spazieren. Sie waren Kindermädchen. Da wir von ihnen so oft begegnet waren, wurden wir auf ihr Verhalten gegenüber der Kinder aufmerksam. Und das war milder ausgedrückt recht unfreundlich.
Es waren zwei kleine Mädels, ein war ungefähr 3 Jahre alt, das andere - kleiner. Man konnte leicht feststellen, dass die beiden nicht gerade aus dem armen Familienhaus stammen. Jedes Mal saßen Nannys auf der Bank und plauderten. Die Kinder standen neben und spielten miteinander. Also, das war im genauesten Sinne des Wortes "baby sitting". Die beiden entertainten sich gegeneinander. An einem Tag war ich Zeugin von einem Ereignis. Eine Nanny schrie auf das Kind (auch mit Benutzung vieler Schimpfworte) und schlug sie aufs Gesicht. Die Frau, die vor mir ging, mischte ein. Die Nanny warf, dass es uns gar nicht angeht und ging mit dem Kind weg. Am nächsten Tag traf ich sie wieder und konnte die Namen von Mädels hören. Als ich nach Hause kam, konnte ich mich nicht beruhigen. Ich wusste keine anderen Einzelheiten zur übrigen "Erziehung", war nur Augenzeugin und Outsider. Ich meldete mich trotzdem auf einem lokalen Forum an und beschrieb alles, was ich gesehen hatte. Die Namen, Aussehen, Tageszeit des üblichen Spaziergangs - alles wurde erwähnt. Mir war bewusst, dass online Media wie Twitter und co. in Astana kaum was auswirken kann, aber es schien in dem Moment viel wichtiger, etwas zu tun, als nur das miese Behandeln von Kindern ansehen zu dürfen. Schon paar Wochen sehen wir die Nannys und Mädchen nicht. Das gibt uns Hoffnung über zwei gerettete Seelen und zwei Arbeitslosen.
Mein Gott, es ist heute verdammt schwer, ein wachsendes Kind und eine arbeitende Mutter zu sein. Einem fehlt an die Wärme und Liebe, die andere leidet stets an Schuldgefühle.
Das geschah Mitte September. Jeden Tag sahen wir am Fluss zwei junge Frauen mit zwei Kinder spazieren. Sie waren Kindermädchen. Da wir von ihnen so oft begegnet waren, wurden wir auf ihr Verhalten gegenüber der Kinder aufmerksam. Und das war milder ausgedrückt recht unfreundlich.
Es waren zwei kleine Mädels, ein war ungefähr 3 Jahre alt, das andere - kleiner. Man konnte leicht feststellen, dass die beiden nicht gerade aus dem armen Familienhaus stammen. Jedes Mal saßen Nannys auf der Bank und plauderten. Die Kinder standen neben und spielten miteinander. Also, das war im genauesten Sinne des Wortes "baby sitting". Die beiden entertainten sich gegeneinander. An einem Tag war ich Zeugin von einem Ereignis. Eine Nanny schrie auf das Kind (auch mit Benutzung vieler Schimpfworte) und schlug sie aufs Gesicht. Die Frau, die vor mir ging, mischte ein. Die Nanny warf, dass es uns gar nicht angeht und ging mit dem Kind weg. Am nächsten Tag traf ich sie wieder und konnte die Namen von Mädels hören. Als ich nach Hause kam, konnte ich mich nicht beruhigen. Ich wusste keine anderen Einzelheiten zur übrigen "Erziehung", war nur Augenzeugin und Outsider. Ich meldete mich trotzdem auf einem lokalen Forum an und beschrieb alles, was ich gesehen hatte. Die Namen, Aussehen, Tageszeit des üblichen Spaziergangs - alles wurde erwähnt. Mir war bewusst, dass online Media wie Twitter und co. in Astana kaum was auswirken kann, aber es schien in dem Moment viel wichtiger, etwas zu tun, als nur das miese Behandeln von Kindern ansehen zu dürfen. Schon paar Wochen sehen wir die Nannys und Mädchen nicht. Das gibt uns Hoffnung über zwei gerettete Seelen und zwei Arbeitslosen.
Mein Gott, es ist heute verdammt schwer, ein wachsendes Kind und eine arbeitende Mutter zu sein. Einem fehlt an die Wärme und Liebe, die andere leidet stets an Schuldgefühle.
190. Blogeintrag
Nach kasachischem Recht gelte ich ab 14 als teilweise handlungsfähig. Ab 18 bin ich angeblich schon voll geschäftsfähig. Ich habe den Hochschulabschluss, kenne alle Incoterms auswendig, interessiere mich für tausende Dinge.
Aber in diesem einzigen Moment verkleinert mein ganzes Universum bis auf eine wenige Byte kleine Email, auf die ich so warte. Wie doof.
Aber in diesem einzigen Moment verkleinert mein ganzes Universum bis auf eine wenige Byte kleine Email, auf die ich so warte. Wie doof.
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